DINI e.V.
DINI e.V.
               

DINI / Dokumente / Thesen / These 9

Kooperation und Vernetzung

These 9: Zentralisierung und Dezentralisierung von Diensten

Durch die schnelle technologische Entwicklung und die wachsenden ökonomischen Zwänge müssen die Informationsserviceeinrichtungen ihre Dienstleistungen und deren Organisation laufend überprüfen. Dabei ist nicht nur über die Dezentralisierung oder Zentralisierung von Diensten vor Ort, sondern auch über Outsourcing und über standortübergreifende, kooperative Dienste zu entscheiden.

 

Haben in der Vergangenheit die Einrichtungen einer Hochschule oft ihre eigenen Web- oder E-Mail-Server betrieben, so sind diese heute überwiegend durch zentrale Dienste ersetzt. Gleiches gilt für die Speicherung und Sicherung großer Datenmengen. Inzwischen gibt es auch Ansätze, diese grundlegenden IT-Dienste überörtlich und auch über die Landesgrenzen hinaus zu organisieren.

Die Entwicklung von virtuellen Kooperationsplattformen für die Forschung steht dagegen erst am Anfang. Sie müssen sowohl für die verschiedenen Fachdisziplinen standortübergreifend aufgebaut werden als auch in die IT- und Informationsinfrastrukturen der jeweiligen Hochschule integriert werden.

Für die Hochschulverwaltungs- und die Lernmanagementsysteme muss die Zersplitterung in lokale Einzelentwicklungen überwunden werden. Das setzt voraus, dass die von den Systemen zu unterstützenden Prozesse in Deutschland möglichst einheitlich strukturiert und modelliert werden. Damit könnten auch internationale Standardlösungen in Deutschland leichter einsetzbar werden.

 

DINI wird

  • die Diskussion über die lokalen oder standortübergreifenden Versorgungsszenarien fördern,
  • länderübergreifende und bundesweite Kooperationen anregen,
  • für die Entwicklung von virtuellen Kooperations- und Lernplattformen Anforderungsprofile entwerfen und Prozesse prototypisch modellieren,
  • in enger Zusammenarbeit mit den Partnerverbänden daran arbeiten, die Zahl technischer Sonderlösungen lokal, regional und deutschlandweit zu verringern.

 

Beispiel Kooperation und Vernetzung

Bibliotheken sind seit Jahrzehnten beispielhaft regional, national und international vernetzt. Sie nutzen verteilte Ressourcen unter Einsatz einheitlicher Standards, insbesondere für Metadaten. Diese weltweite Infrastruktur ist eine wichtige Basis für Open Access. Sie kann in Vernetzung mit Datenzentren auch für die Bereitstellung, Verbreitung und dauerhafte Sicherung von Forschungsdaten genutzt werden.

Zugleich existieren auf der Basis des Vereins zur Unterstützung des deutschen Forschungsnetzes (DFN-Verein) eine IT-Infrastruktur und ein Zusammenwirken der Rechenzentren bei der Erbringung von übergreifenden Diensten. Um diesen international anerkannten Stand zu halten und auszubauen, muss es deutlich besser gelingen, die Ansätze miteinander zu vereinen, wofür die Schaffung einer deutschlandweiten Authentifizierungs- und Autorisierungs-Infrastruktur ein gutes Beispiel darstellt.